In seinen Ausstellungsräumen im Gambetta-Viertel von Montpellier präsentiert das FRAC Occitanie Montpellier ein jährliches Programm mit Einzel- und Gruppenausstellungen, in denen Künstlerinnen und Künstler aller Altersgruppen und Nationalitäten zusammenkommen – die meisten von ihnen bereits in der Sammlung vertreten.
Die FRACs (Fonds régionaux d'art contemporain) wurden 1982 ins Leben gerufen. Angesichts der wenigen Orte, die es in Frankreich für die Präsentation zeitgenössischer Kunst gab, konzipierten das Kulturministerium und die neu gegründeten Regionalräte sie gemeinsam: einerseits um Sammlungen aufzubauen, die die wichtigsten Strömungen der zeitgenössischen Kunst widerspiegeln, und andererseits um diese Sammlungen einem breiten Publikum in der jeweiligen Region zugänglich zu machen. Das Ergebnis war eine völlig neue Art von Institution – weder ein traditionelles Museum noch ein Kunstzentrum mit rein ephemeren Ausstellungen, sondern eine Art „Werkzeugkasten", den die Bürgerinnen und Bürger nutzen können, um die Welt durch das Werk der Künstlerinnen und Künstler ihrer Zeit zu verstehen. Bis 2021 bildeten die 23 FRACs gemeinsam den drittgrößten Bestand öffentlicher zeitgenössischer Kunst in Frankreich, nach dem Cnap und dem Musée national d'art moderne in Paris.
Das gesamte Projekt beruht auf dem Gedanken, dass Kultur ein Gemeingut ist, und entfaltet sich in drei Aufgabenbereichen: die Kunst unserer Zeit zu sammeln und dabei lebendige Schöpfung zu fördern; diese Kunst durch Ausstellungen zu teilen; und sie dem Publikum durch eine neue Form der Vermittlung näherzubringen, die auf der Zirkulation von Werken in der gesamten Region basiert. Das FRAC Occitanie Montpellier – bis 2016 unter dem Namen Languedoc-Roussillon bekannt – ist eine dieser öffentlichen Sammlungen, die aus der kulturellen Dezentralisierung der 1980er Jahre hervorgegangen sind. Im Laufe seiner Geschichte hat es unter einer Reihe von Direktorinnen und Direktoren der regionalen Szene stets große Aufmerksamkeit geschenkt und gleichzeitig als entschieden internationales, zukunftsorientiertes Kunstzentrum agiert – mit bedeutenden Ankäufen und einem wachen Blick für etablierte wie aufstrebende Künstlerinnen und Künstler, um ein vorbildliches Bild der zeitgenössischen Kunst zu vermitteln.
In Montpellier schlägt sich das in temporären Ausstellungen neu entstandener Werke oder Arbeiten aus der Sammlung nieder, während die Sammlung durch ganz Occitanie reist – über Partnerschaften mit Vereinen, Kunstzentren, Museen, lokalen Behörden und Schulen entstehen rund vierzig Ausstellungen pro Jahr, begleitet von einem engagierten Vermittlungsteam, sowie Leihgaben und Deposita, die weit über die Region hinaus an nationale und internationale Institutionen gehen. Bildung und Vermittlung durchziehen dabei alles: geführte und partizipative Touren, digitale Vermittlung, Künstlerbegegnungen, Schulresidenzen, Lehrerfortbildungen sowie eine kontinuierliche Reihe von Ausstellungskatalogen und Künstlerbüchern. Das Team widmet sich zudem den weiterreichenden Verantwortlichkeiten der zeitgenössischen Welt – Barrierefreiheit, kulturelle Rechte, Geschlechtergleichstellung, die Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie ein ökoresponsables Engagement zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks.
Der Eintritt ist frei und die Anreise unkompliziert (Straßenbahnlinie 3, Haltestelle Plan Cabanes): Das FRAC Occitanie Montpellier ist ein lebendiges, einladendes Tor zur Kunst unserer Zeit – ein Ort, um zeitgenössisches Schaffen mitten im Herzen der Stadt zu entdecken.